Spartathlon-Ultramarathon: Ein Lauf, ein Mann, ein Ziel

(Freitag 25.9.09 /Athen, Griechenland) An diesem Freitag läutet der Wecker um 4 Uhr morgens einen besonderen Tag an. Es findet der Spartathlon statt, einer der weltweit härtesten Ultraläufe. Insgesamt 320 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter André Lange aus Bad Endorf, machen sich auf, die 246 km lange Strecke mit 3.000 hm. von Athen nach Sparta, zu laufen. Es sind viele Faktoren, wie Zeitlimits (z.B. die ersten 40 km unter 4,5h), Hitze, Verkehr, Dunkelheit und nicht zu letzt die Distanz an sich, die diesen Lauf zu einer extremen Herausforderung machen. Die Finisherrate liegt daher nur bei durchschnittlich 40%.

Der Saisonhöhepunkt von André Lange war das ganze Jahr herbeigesehnt. Am Freitag um 7 Uhr ist es dann so weit, es fällt der Startschuss. Zu erst geht es mitten im Berufsverkehr durch die Straßen Athens, dann raus auf die Autobahn. Nach einigen Kilometer folgt der Weg kleineren Straßen dem Meer entlang. "So war die Strecke sogar etwas fürs Auge. Und mit den Temperaturen von etwas über 30 Grad kam ich gut zurecht." so André Lange. Angefeuert von den griechischen Kindern und Passanten lief er konstant unter den Cut-Off-Zeiten.

An den Versorgungspunkten hieß es dann, bloß nicht zu lange verweilen, keine Müdigkeit aufkommen lassen. Nach 15h war es dann aber so weit, die Müdigkeit kam und zudem wechselten die Straßenverhältnisse von Asphalt auf Schotter. Hier war nun der Knackpunkt. Die Füße fingen das Schmerzen an. Die bereits vorhandene Blasen wurden schlimmer und die müden Beinmuskeln taten sich schwer die Unebenheiten auszugleichen. Der Kampf mit den Schmerzen zog sich noch einige Kilometer, doch die Gesundheit geht eben vor. Um 23:15 und nach 133 km musste André den Lauf schweren Herzens abbrechen. Der Laufveranstalter ist natürlich bei einer Ausfallquote von rund 60% auf so etwas vorbereitet. An allen 75 Versorgungsstationen auf dem Weg warten Busse und fahren jene, die den Anstrengungen und Bedingungen des Laufes erliegen, nach Sparta.

"Nun blicke ich mit einem tränendem und einem lachendem Auge auf den Lauf zurück." Erzählt André und berichtet vom Zieleinlauf, den er sich natürlich nicht entgehen lassen wollte. Nach weniger als 24h war es dann so weit. Der erste Läufer erreicht Sparta und kommt auf die lang gezogene Straße, an deren Ende die Statue von König Leonidas steht. Am Ziel ist, wer den Fuss des Königs küsst, um dann selbst mit einem Lorbeerkranz gekrönt zu werden. "Dieser Lorbeerkranz ist so viel wert, den will ich haben!", kommt die Kampfansage von André. "Ich habe noch einen Termin mit dem König. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen!"

Jeder Läufer der die Qualifikation für diesen Lauf gemeistert hat, bekommt 5 Versuche den Lauf zu beenden. Wer es beim 5. Mal nicht schafft, wird nie gekrönt. Der erste Versuch ist gescheitert, doch André ist sich sicher, es beim zweiten Anlauf zu schaffen. Denn er hat viel gelernt und weiß nun was er nächstes Jahr alles besser machen kann. Dank Live Ticker auf der Homepage vom Spartathlon, kann das von hier aus gesehen und hautnah miterlebt werden. Wir können uns also auf ein Comeback in 2010 freuen. André Lange auf der Jagd nach dem Lorbeerkranz…

Wer Spaß am Laufen oder Radeln hat, den möchte André noch für seine letzte Chiemseeumrundung am 27.12. einladen. Da er mehrmals im Jahr das Bayerische Meer umläuft (ca. 55 km) hat der letzte Lauf im Jahr mittlerweile schon bei vielen Läufern einen Kultstatus. Denn es wird zwar gelaufen, aber immer wieder eingekehrt und auch etwas für das leibliche Wohl getan. Wer will läuft oder radelt ein Teilstück mit oder einmal ganz rum. Infos hierzu und zum Spartathlon findet Ihr unter www.lange-laeufer.de.